Am 01.06 sind wir noch nicht aus der Marina gefahren. Zum Einen bekommen wir unsere Schiffspapiere erst am 02.06. von der Hafenpolizei zurück, zum Anderen kommt Georgos erst am 02.06. gegen 17:00 Uhr zum Geräteträger aufmessen.
Die Papiere geben wir über die Wintermonate bei der Hafenpolizei ab, damit wir die Steuer zur Benutzung der griechischen Gewässer (Tepai) in dieser Zeit sparen.
So haben wir noch ein paar Kleinigkeiten am Boot erledigt. Fliegennetz vor den Niedergang gebaut, Aubo Probelauf usw. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir im Boot geräumt haben? So auch heute.
Der Schiffsdiesel läuft wie ein Uhrwerk, der Außenborder läuft nicht. Vergaser muss raus und sauber gemacht werden. Das hat mich den Rest des Tages gekostet. Morgen geht’s weiter.


Der Außenborder hat mich die letzten Nerven gekostet. Mehr als zwei Stunden haben wir daran romgeschraubt, ausgeblasen, zusammengebaut, eingebaut und… wieder nicht funktioniert. Also wieder von vorne. Letztendlich haben Petra und ich uns für einen neuen Motor entschieden. das hat auch den Vorteil dass wir dann nur noch bleifreies Benzin mitnehmen müssen, denn der Neue ist ein Viertakter. Der alte Zweitakter verlangte Gemisch.
Um 15:30 Uhr haben wir abgelegt und sind in die Bucht vor der Marina gefahren. Dort war um 16:10 Uhr der Ankern fest.



Georges kam um 18:30 Uhr mit unserem neuen Motor und hat dann auch gleich den neuen Geräteträger aufgemessen.


Um 19:30 Uhr war dann endlich Feierabend.
Mittwoch 03.06.: Um 07:00 Uhr gehe ich mit Merlin erst mal eine Runde Gassi.Dann wird gefrühstückt. Um 09:50 Uhr holt Mario mich ab, um zu Georgos zu fahren. Ich muss ja noch unseren neuen Aubo bezahlen. Jetzt haben wir einen 5 PS Suzuki.

Um 11:00 Uhr waren wir startklar. Der Wind war heute mehr als moderat. Kam zwar aus SSW, war jedoch zu schwach um die Strecke von 35 Nm nach Samos in einer vernünftigen Zeit zu bewältigen. So sind wir dann knapp 7 Std unter Motor nach Limnionas auf Samos gefahren. Dort lagen wir um 18:50 Uhr fest vor Anker. Gegessen haben wir an Bord, nachdem ich mit Merlin Gassi war.




Donnerstag 04.06.:Nach dem Aufstehen um 06:00 Uhr gehe ich mit Merlin Gassi. Dann Frühstück und um 08:15 Uhr Anker auf und los gehts Richtung Chios. An der Westspitze von Samos treffen wir noch einen Fischer, danach können wir Segel setzen.


Wind und Welle von Achtern(hinten). Das bedeutet „Kotzkurs“. Hoffentlich retten uns unsere Reisetabletten.
Während der Fahrt frischt der Wind auf 28 Kn auf und wir müssen längere Zeit im 2. Reff segeln. Gegen Ende des Törns wurde der Wind weniger aber die Welle stand immer noch.
Telefonisch meldeten wir uns bei Stelvio, der guten Seele des Stadthafens von Chios, an. Um 18:30 Uhr waren Anker und Leinen fest im Stadthafen von Chios. Die Nacht kostet für unser Schiff 10€, eine Karte für Strom 5€.
Im Hafen ist viel Platz zum manövrieren. Nur laut ist es, weil die Hauptstraße direkt an der Mole entlang führt und auf der anderen Straßenseite Bars und Restaurants sind. Ist eben ein Stadthafen. Wir essen an Bord.


Freitag 05.06.: Für Merlin beginnt der Tag nicht so toll. Beim an Land gehen ist er auf der Pasarelle abgerutscht und ins Hafenbecken gefallen. Glücklicherweise hingen Reifen an der Mole auf die ich mich stellen konnte. So konnte ich Merlin schnell wieder an Land befördern. Da stand das nasse Fellbündel und schaute ziemlich bedröppelt. Gassi gehen, frühstücken, kennt ihr schon.
Unsere Entscheidung bis Sonntag im Hafen zu bleiben war goldrichtig. Ab ca 10:00 Uhr zogen Gewitter auf und es regnete. Um 16:00 Uhr war der Spuk vorbei und wir sind durch den Ort Chios gelaufen.

Leuchtfeuer am Molenkopf.

Homer-Büste vor dem Homer-Museum, das leider geschlossen hatte.

Alte Festung von Chios.

Einkaufsstrasse in Chios.
Samstag 06.06.: Heute haben wir uns ein Auto gemietet. 30€ pro Tag für einen Nissan Micra.
Erste Station war Pyrgis. Das Dorf ist bekannt für seine Fassadengestaltung der Häuser. Eine besondere Kratztechnik im Fassadenputz macht jede Fassade zu einem Unikat.



Balkone stehen hier hoch im Kurs.




Dann ging’s weiter nach Mesta, eines der Mastik-Dörfer. Mastik wird aus dem Harz eines der Pistazie verwandten Strauches gewonnen. Wir haben hier eine kurze Pause gemacht und uns ein Mastik-Eis auf Orangenkuchen gegönnt.

Lecker aber sehr süß.

Habe ich so auch noch nie gesehen.
Das Dorf ist sehr verwinkelt mit engen Gassen. Sehr sehenswert. Hier mal ein paar Eindrücke.




Dann ging’s weiter Richtung Norden.

Zum verlassenen Dorf Anavatos.Dort soll man schön bemalte Türen und Fassaden sehen können. Leider waren Bauarbeiten im Gange und wir konnten das Dorf nicht ganz besichtigen. Eine bemalte Hausfassade konnten wir aber doch fotografieren.




Nach dem Besuch im verlassenen Dorf fuhren wir zum Kloster Neo Moni.Dort leben noch ein paar Nonnen. Von der EU geförderte Renovierungsarbeiten sind gerade im Gange. Aber trotzdem einen Besuch wert.


Beeindruckend ist das Gebeine-Haus, in dem die Gebeine einiger Bewohner Chios liegen.
1566 eroberten die Türken Chios und blieben bis 1912. 1821 schloss Chios sich den Aufständigen an. Im Jahr darauf nahmen die Türken fürchterliche Rache und massakrierten 25000 Männer, Frauen und Kinder. 47000 wurden versklavt.


Die Gebeine sind ein Mahnmal an das Massaker
Wir fuhren weiter Richtung Chios Hafen.

Noch ein kurzer Abstecher zu den Windmühlen.



Das war der Abschluss unserer Rundfahrt um Chios. Jetzt noch Tanken und zum Lidl, danach Auto abgeben und ab in die Stadt zum Essen. War ein aufregender Tag. Auch für Merlin.


Unser Freund Harald war letzten Monat hier. Danke Harald für den Tipp. Hat gut geschmeckt.

Sonntag 07.06.: Einen schönen Sonnenaufgang konnten wir genießen.

Weniger schön was die Taucher so aus dem Hafenbecken gefischt haben.

Erschreckend.
Doch dann legten wir um 08:30 Uhr ab. Kurs Richtung Norden. Wir wollen nach Lesbos. Leider kein Wind und so mussten wir von den 10 Stunden Überfahrt 9 Stunden unter Motor zurücklegen. Eine Stunde konnten wir Segeln.

Das ist die Einfahrt zum Kolpos Kallonis.

Im Fahrwasser wurden wir von zwei Delfinen begrüßt.
Nachdem wir die beiden letzten Fahrwassertonnen der Fahrrinne passiert hatten, nahm der Wind stetig zu. 35 Knoten in der Spitze.
Unser Ankerplatz liegt kurz vor der Hafeneinfahrt zum Hafen Scala Kalloni. Dort war erfreulicherweise kaum Wind.
So fiel der Anker auf knapp 5 Metern Wassertiefe und war um 18:10 Uhr fest. Der Anker hielt sofort, denn der Untergrund ist ein Sand – Schlamm – Gemisch.
Boot aufklarieren, Merlin ins Dingi und ab an Land. Schöner Ort mit mehreren Restaurants. Gegessen haben wir heute aber an Bord.



Egal wo du hinkommst, einer von „Denen“ war schon vor dir da.

Montag 08.06.: Ein Tag in der Bucht, mit Merlin länger an Land gehen, Block schreiben, Dienstag planen und Wetter checken. Also ein ganz entspannter Montag.


Dienstag 09.06.: wir haben uns wieder einmal ein Auto geliehen um die Insel zu erkunden.
Der erste Weg führt uns zum Felsen Petra im gleichnamigen Ort Petra. natürlich mit meiner Frau Petra.

Über 114 Stufen führt der Weg zur Madonna der süssen Küsse, Panagio Glykofiloussa. Hier handelt es sich um eine Kirche wie wohl jeder gleich gemerkt hat.

In der Nähe war dann noch der Hafen Limanaki. Da könnten wir mit unserem Boot auch rein.

Und die Festung Molyvos. Da sind wir aber nicht hin gefahren.

Dann ging’s zur ältesten traditionellen Ouzo-Destillerie Barbayanni nach Plomari. Die Destillerie Barbayanni produziert ihren Ouzo noch auf traditionelle Weise, natürlich mit modernen Anlagen.


Einblicke in die frühere Zeit erhält man im Museum der Destillerie.

Probieren kann man die vier verschiedenen Ouzo’s natürlich auch. Und kaufen sowieso.


Dann ging’s weiter zum Olivenöl-Museum. Natürlich ist das gerade im Umbau.


Die Mühle und die Presse wurden früher über Transmissionsriemen angetrieben. Laut und gefährlich.
Der Betreiber des Museums produziert auch selbst Öl. Zwischen 600 bis 3000 Tonnen Olivenöl, je nach Ernte.20% davon gehen nach Deutschland. Na ja, bei 11 Mio Olivenbäumen auf Lesbos kommt da schon was zusammen.

Anschließend haben wir uns das Römische Aquädukt angesehen.
Das Aquädukt stammt wahrscheinlich aus dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert n.Ch. und transportierte Wasser vom Berg Olymp über eine Länge von ca 26-33 Kilometern in die Inselhauptstadt Mytilini.
Die spektakulären Bogenkonstruktionen sind bis 24,46 m hoch und bestehen aus großen Quadern ohne Mörtel. Die Brücke ist 170 Meter lang und besteht aus 16 Pfeilern mit rechteckigem Grundriss, nach dem pseudoisodomischen System konstruiert.
17 bogenförmige Öffnungen in drei aufeinanderfolgenden Reihen in Form einer Dreibogenreihe. Es wird geschätzt, dass die Stadt mit 127000 Kubikmetern Wasser pro Tag versorgt wurde. Hut ab !!!!



Die Kremasti-Brücke haben wir uns auch noch angeschaut. Die Brücke stammt aus dem 14. oder 16. Jahrhundert. Der leichte und stabile Spitzbogen über den Bach Sahara war damals eine wichtige Verkehrsader die den Osten der Insel mit dem Norden und Westen verband.
Der Legende nach wurde die Frau des Baumeisters in das Fundament der Brücke eingemauert, um dem Bauwerk Stabilität zu verleihen. Wer weis?




Da die Brücke noch stabil genug ist, und ich nicht der Baumeister bin, hat Petra Glück gehabt.
Das Kloster Moni Simonas war unsere letzte Station auf der Lesbos-Rundreise. Es stammt ursprünglich aus der byzantinischen Zeit. Nach der osmanischen Eroberung 1462 wurde es zerstört und 1526 wieder errichtet. Von da an bis 1923 war es ein bedeutendes Bildungszentrum der Region. Das Kloster ist dem Erzengel Michael gewidmet und umfasst 40 kleine Kapellen. Heute befindet sich dort ein Kirchenmuseum mit seltenen historischen Schriften.

Vom Kloster aus fuhren wir zum Tanken, in den Supermarkt und zurück nach Scala Kalloni. Nachdem ich den Wagen zurück gegeben hatte, brachten wir den Einkauf auf’s Boot.
Da es schon spät war und wir nicht mehr kochen wollten, gingen wir ins Restaurant „Mezen“ essen.

Vorspeise

Hauptgericht. Alles sehr lecker und reichlich.
Eigentlich wollten wir am Mittwoch Morgen früh los, aber ein Blick in die Wetterkarte zeigte, dass das Starkwindfeld erst gegen Abend durch ist. Also wollten wir mal eine Nachtfahrt wagen.
Am Mittwoch starteten wir den Motor um 18:50 Uhr und holten den Anker ein. Um 19:10 Uhr haben wir Segel gesetzt und sind durch das betonnte Fahrwasser gesegelt.


Natürlich haben wir die ganze Nacht die Rettungswesten getragen..

Ja, wir haben „ALLE“ Rettungswesten getragen.
Durch das Fahrwasser war Konzentration gefragt. Zwei gucken, eine fährt.
Draußen ging der Wind schnell auf 20 Kn hoch. Um 21:30 Uhr fahren wir im 1. Reff. Um 22:20 Uhr hat der Wind auf gut 25 Kn aufgefrischt und soweit nach Nord gedreht, dass wir nicht mehr segeln konnten.
Wenn wir weiter segeln wollten, müssten wir den Winkel zum Wind so verändern, dass wir einen großen Umweg in Kauf nehmen müssten, um an unser Ziel auf Limnos zu gelangen.
Also Motor an und gegenan. Das AIS (automatisches Identifikation System) hat sich auf der Fahrt bewährt. Wir können alle sehen die mit AIS fahren, ebenso können die uns sehen. Ein großes Plus an Sicherheit.
Aber ansonsten ist eine Nachtfahrt gegen Wind und Welle kein Spaß.
Um 07:40 Uhr sind wir soweit an Limnos herangekommen, dass wir nochmal Segel setzen können. Limnos lenkt den Wind etwas in eine andere Richtung und deckt soweit ab, dass kaum Welle entsteht.

Der Sonnenaufgang ist das Positive an der Nachtfahrt.
Um 08:30 Uhr starten wir den Motor und bergen die Segel. Wir sind an der Einfahrt unserer Ankerbucht auf Limnos.

Nach 3 Nm fällt im Scheitelpunkt der Bucht unser Anker auf 11 m Wassertiefe. Ich stecke 40 m Kette und wir fahren den Anker mit 1800 Umdrehungen ein. Es ist wenig Wind angesagt.
12.06.2026: Happy Birthday Petra, die beste Ehefrau von allen hat heute Geburtstag.
Gassi-Runde mit Merlin, Frühstück und Wasser machen. 13:10 Uhr sind alle Tanks voll und wir verlassen unseren Ankerplatz mit Ziel Myrina/Hafen auf Limnos. Dort treffen wir Gaby und Gottfried, ein befreundetes Segler-Ehepaar.
Unterwegs versuchen wir noch kurz zu segeln, müssen aber nach 25 min die Segel wieder bergen. Dann geht’s ums westliche Kap von Limnos. Und Zack, wieder 25 Kn Wind auf die Nase. Es ist zum Mäuse melken. Gut dass wir nur 3 Meilen bis zum Hafen haben.
Dort ankern wir bei 25 Kn Wind aus NW. Auf 8 Metern hält der Anker nach dem 2. Versuch. 40 Meter Kette, 1800 Umdrehungen.
Merlin ins Dinghy und ab zum Kai. Dort werde ich von Gottfried bereits erwartet. Benno und seine Frau Hilde, ebenfalls ein befreundetes Segler-Ehepaar, sind auch hier. Benno hat für heute Abend einen Tisch in einer der Tavernen am Hafen reserviert. Geht klar.
Das Essen war klasse, Riesen Portion und sehr günstig. 35€ pro Paar mit Getränken. Da kann man nicht meckern.
Leider hat die Duschpumpe, zum absaugen des Duschwassers, den Dienst quittiert. Das Lager der Pumpe sitzt fest. Nun gut, morgen ist auch noch ein Tag.
13.06.: Heute habe ich die Absaugpumpe repariert. Beim Ausbau ist natürlich die alte Pumpenmembrane kaputt gegangen. Also musste ich da eine neue herstellen. Das Lager zwischen Elektromotor und Pumpe ist ziemlich rau, aber mit Ballistol habe ich es zumindest soweit hin gekriegt, dass es wieder läuft. Auch die neue Membrane konnte ich aus Dichtgummi herstellen.Jetzt läuft alles wieder.

Pumpe ausgebaut.

Der Exzenter sitzt in dem Lager. Das war fest. Mit Ballistol wieder gangbar gemacht.

Membrane kaputt.

Neue hergestellt.

Läuft wieder.
Gegen 14:30 Uhr fährt neben Gottfried am Kai ein Boot weg. Da wir das schon im Vorfeld wussten, hatten die Anderen im Ankerfeld keine Chance diesen Platz zu bekommen. Diesen Platz sichern wir uns. Petra fährt super an und so sind Anker und Leinen fest um 15:00 Uhr am Kai in Myrina.

Da liegen wir jetzt mit drei Booten aus der Lakki-Marina und Merlin zeigt gleich mal welch prächtiger Irish Terrier jetzt hier am Kai das Sagen hat.
Die Festung wird abends schön beleuchtet und wir wollen morgen mal hoch uns die Festung ansehen.



Das ist schon beeindruckend.
14.06.: Heute ist Sonntag und wir dürfen uns eine Flaggenparade anschauen.

Das Ganze mit Trommel und Trompete.

Abmarsch. Heute Abend kommen die wieder, dann aber mit einer etwas größeren Werkskapelle.
Jetzt erst mal frühstücken und dann hoch zur Festung.

Wir brauchen ca zwei Stunden für die Besichtigung.
Die Festung im kurzen Überblick:
In der Antike errichteten die Minoer und Pelasger eine erste Akropolis auf der felsigen Halbinsel, die dann durch die Athener verstärkt wurde.
Die Byzantiner bauten im 12 Jahrhundert die Akropolis zu einer kleinen Festung aus.
Ab 1207 übernahmen die Venezianer, gefolgt von genuesischen Herrschern die Insel und bauten die Burg massiv aus.
Nach der Eroberung durch die Osmanen wurde die Festung weiter ausgebaut, diente aber als Wohnsitz für die türkischen Herrscher.
Die strategisch wichtige Festung wurde nie vollständig zerstört. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel mit spektakulärem Blick über die Stadt und das Meer.

Der Nordeingang der Festung.

Die Festung ist recht weitläufig.


Und immer wieder diese Ausblicke.

Nach dem Mittag haben wir noch den Wassermacher angeworfen. Nach gut eineinhalb Stunden ist der Schlauch von der Förderpumpe zum Wassermacher geplatzt. War schnell repariert, aber es dauerte lange die ganze Sauerei aufzuarbeiten. Ich werde die Schläuche gegen druckfestere Schläuche tauschen müssen. Nach der ganzen Arbeit essen wir heute an Bord.
Wir bleiben Montag und Dienstag noch im Hafen. Das ist hier echt günstig. Samstag bis Mittwoch (4 Nächte) für unser Boot 27€. Ohne Strom und Wasser natürlich. Montag ist noch Waschtag. Petra hat ganz in der Nähe einen Waschsalon ausfindig gemacht. Ist hier halb so teuer wie bei uns in der Marina (4€). Abends schauen wir uns noch den Sonnenuntergang vom Fährhafen aus an.

Die Sonne versinkt hinter dem Berg Athos.
16.06.: Nach dem Frühstück gehen wir zur Agios Nicolaos. Klar eine Kirche. Nach zwei Stunden waren wir zurück. Die Kirche war zu, aber ein paar schöne Aufnahmen mit der Drohne war den Aufwand wert.

Die Kirche

Der Fischer-Hafen Myrina.

Der Stadt-Kai Myrina. Das Boot mit dem Dingi am Bug ist unseres.



Wie bestellt kommt dann auch noch die Fähre rein.
Nachmittags gingen wir dann noch einkaufen für die nächsten Tage, da wir vermutlich bis zum Wochenende in Buchten ankern werden. Ab Mittwoch soll der Wind aus der halbwegs richtigen Richtung „wehen“, um an den mittleren Finger von Chalkidiki zu segeln. Wir wollen in die Bucht von Sykia.
17.06.: Geweckt werden wir um 05:30 Uhr als unser türkischer Nachbar ablegt. Kaum war er weg legte sein Landsmann neben uns an. Habe ihm beim Anlegen geholfen.
Um 09:00 Uhr legen wir ab Richtung mittlerer Finger von Chalkidiki. Angesagt waren 15 Kn aus Nord-Ost. Draußen waren es 25-30 Kn aus Nord-Ost. Na wenigstens die Windrichtung kommt halbwegs hin.
Die 50 Meilen legen wir in 8 Stunden zurück. Wobei wir am Ende noch 3 Stunden motoren mussten, weil der Wind einschlief und auf Nord drehte.
Da hat der Wind schon nachgelassen.

Der Berg Athos hat heute eine Mütze auf.
Um 17:45 Uhr lagen wir vor Anker und Heckleine an der Mole von Scala Sykira. Gassi-Runde mit Merlin und Abendessen an Bord.

Keine Minute zu früh waren wir um 20:15 Uhr mit dem Essen fertig, als der Wind innerhalb einer Minute auf über 35 Kn aus Ost hochknallte. Sofort verließen wir den Liegeplatz und verlegten in die nördliche Bucht. Um 20:35 Uhr war der Anker fest auf 6,5 m. Das Ganze dauerte nur eine Stunde, dann war der Wind genau so schnell weg wie er gekommen war. Die Nacht war dann ruhig.

Unser Törn von Mittwoch.
18.06.: Morgens paddelte ich mit Merlin zur Gassi-Runde. Nach dem Frühstück gingen wir ankerauf und segelten bei 12-14 Kn Wind einfach so lange im Golf von Singitikos bis der Wind einschlief. Ganz entspanntes Champagner-Segeln.

Dann fuhren wir unter Motor zur Insel Diaporos. Wir fanden einen angenehmen Ankerplatz und ankerten auf 6,5 m Tiefe mit fast 30 m Kette. Wir essen an Bord. Tagsüber sind viele Jet-Ski und Motorboot unterwegs. Aber sobald es Abend wird ist das auch vorbei und man hat seine Ruhe.

19.06.: Wir haben uns entschlossen einen Badetag hier in der Bucht zu verbringen. Bin erst mal mit dem Dinghy quer durch die Bucht zum Supermarkt. Nach gut einer Stunde war das erledigt.
Wir haben dann den Wassermacher gestartet. Kurze vor Ende der Produktion platzte wieder der Druckschlauch zum Wassermacher. Schlauch kürzen, Sauerei aufwischen. Nächstes Mal fahre ich die Produktion nur noch mit einer Pumpe. Essen an Bord. Ruhige Nacht.

20.06.:Mit Merlin Gassi-Runde, Frühstück und um 09:15 Uhr Motor an und Anker auf. Heute wollen wir an den Klöstern der Mönchsrepublik Athos vorbeifahren.
Während wir in den Golf von Singitikos fahren, fällt immer mal wieder die Windmessanlage aus. Teilweise funktioniert die Windgeschwindigkeitsanzeige wieder. Irgendwas ist immer.

Diese Ausflugsboote sind wirklich überall. Der kam uns in der engen Ausfahrt zum Golf entgegen.
Im Golf können wir bis 12:30 Uhr segeln, dann müssen wir die Segel bergen um in die Richtung zum 1. Kloster zu kommen. Wir dürfen nicht näher als eine Seemeile an die Mönchsrepublik fahren, da wir Weibsvolk an Bord haben. Frauen sind dort verboten. Das geht soweit, dass selbst weibliche Tiere verboten sind. Na ja, ob das wirklich so stimmt? Um 13:10 Uhr sind wir auf eine Seemeile an Athos ran und fahren jetzt parallel zum Ufer Richtung Osten.
14:00 Uhr Kurswechsel auf Südost. Nachdem wir alle Klöster auf der Westseite von Athos gesehen haben ändern wir den Kurs auf 240 Grad, Südwest.

Hier mal nur zwei der Klöster der Westseite.

Wir wollen wieder in die Bucht von Sykia. Kurz vor der Bucht kreuzen zwei Delfine unseren Kurs.
Wir ankern in der Bucht von Sykia auf 10m mit 40 m Kette. Hält 1600 Umdrehungen am Motor, jedoch waren mehrere Versuche nötig.
Nach der Gassi-Runde haben wir uns entschlossen in der Nachbarbucht zu ankern. Dort sind wir alleine und der Schwell ist weniger. Um 20:15 Uhr Anker fest auf 5,90 m, 30 m Kette, 1800 Umdrehungen.

21.06.: Wir bleiben in der Bucht, machen Wasser, checken den Motor und relaxen.
22.06.: Auf der Gassi-Runde habe ich noch der Sonnenaufgang hinter dem Berg Athos fotografiert.

Links das Boot ist unseres.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zu den „Nördlichen Sporaden“. Die Strecke von 62 Nm mussten wir unter Motor zurücklegen, da wir keinen Wind hatten. So ist die Ägäis, entweder kein Wind oder zu viel Wind. Und natürlich die Welle von schräg hinten. Es ist zum Kotzen.
Nachdem wir Alonnisos erreicht hatten klapperten wir mehrere Buchten ab, um dann endlich in Lefto Gialos den Anker auf 8 m zu versenken. Anker fest um 19:45 Uhr. 40 m Kette, 1800 Umdrehungen. Gassi-Runde mit Merlin. Am Strand befinden sich drei sehr gepflegte Tavernen. Wir kochen aber selbst und haben eine ruhige Nacht.




Die Bucht Lefto Gialos.
23.06.: Merlin ist nicht gut drauf, war sehr zäh auf der Gassi-Runde. Nach dem Frühstück an Bord haben wir den Motor an das Dingi montiert und ich bin damit 2 Nm zum Supermarkt ein paar Buchten weiter gefahren. Den Rest des Tages verbringen wir mit faulenzen. Essen an Bord.
24.06.: Merlin geht’s immer noch nicht besser. Wir bleiben noch in der Bucht, machen Wasser, Motor-Check usw. Da wir heute unser letztes Brot gegessen haben, backen wir unser Brot selbst. Der Sauerteig-Hefe-Starter den wir gekauft haben ist gut. Das Brot ist super geworden.

Essen an Bord unser frisch gebackenes Brot.

25.06.:Gassi-Runde mit Merlin, Frühstück und Boot aufklarieren. Heute wollen wir nach Skopelos in den Hafen, ca 10 Nm.
Gegen 10:00 Uhr erreicht uns die Nachricht, dass unser Nachbar Josef in der letzten Nacht verstorben ist.

RIP Josef, hattest es nicht leicht.
Wir konnten zwei Stunden segeln, dann fuhren wir unter Motor in den Hafen von Skopelos ein. Kompletter Ausfall der Windmessanlage.
Als erstes kam uns eine Speedfähre entgegen, war noch außerhalb des Hafens und weniger gefährlich. Als wir kurz vor der Hafeneinfahrt waren , legte im Hafen eine große Fähre ab. Das war schon spannender, denn die kam sehr schnell raus und wir mussten ausweichen.
Wenn du eine Fähre behinderst wird’s teuer, ebenso wenn du im Hafen manövrierst wenn eine Fähre dort liegt.
Das Ankermanöver war aufgrund der Windverhältnisse suboptimal, da wir unserer Kette über die des Nachbarn gelegt hatten. Der war recht entspannt und meinte, dass wir das am Nachmittag lösen könnten, wenn der Wind schwächer ist. Oder morgen wenn er ausläuft. Hat man auch nicht oft. Gottfried, der schon im Hafen lag, half uns beim Anlegen.
Am Nachmittag haben wir uns auf die Fehlersuche an der Windmessanlage gemacht.


Erst mal die Anlage im Top überprüfen. Abschrauben, Kontakte überprüfen und wieder zusammenbauen. Ohne Erfolg. Windmessanlage zeigt immer noch nicht an.
Der Liegeplatz kostet für unser Boot 37€ für 4 Nächte, also bis Montag. Ohne Strom und Wasser. Eine Karte für Strom und Wasser kann man separat kaufen.15 € Pfand für den Transponder und Guthaben für 5 oder 10 € aufladen. Sehr guter Preis. Weil gerade ein Tankwagen vorbei kam, habe ich noch schnell 60 Liter Diesel gebunkert. Wir gehen mit Gaby und Gottfried essen. Skopelos ist sehr lebendig und auf der Hafenmeile ist sehr viel los.

Unser Liegeplatz, das Boot mit dem Dingi am Bug sind wir.

Die halbe Hafenmeile am Nachmittag, bevor’s los geht.

Kleine Kapelle nicht weit von unserem Liegeplatz entfernt.
26.06.: Am nächsten Morgen legt mein Nachbar um 08:00 Uhr ab. Keine Probleme seinen Anker frei zu bekommen. Danach ankern wir wieder neu. 50m Kette, Anker fest. An der Tankstelle habe ich noch 5 Liter Motoröl gekauft und unterwegs noch ein Stück Schlauch gefunden, dass ich mal am Wassermacher ausprobieren möchte. Essen an Bord. Ruhige Nacht.
27.06.: Ich gehe mit Merlin um den Hafen herum zum Bäcker. Im Anschluss frühstücken wir ganz gemütlich, bis Gottfried mit dem Wasserschlauch kommt. Gottfried hat den am Terminal vor ihrem Boot angeschlossen. Das Terminal hat wohl einen Defekt und so können wir unseren Tank achtern mal kostenlos füllen. Bis die hier was reparieren gehen Wochen, wenn nicht sogar Monate ins Land.
Die Fehlersuche an der Windmessanlage führt zum Ergebnis, dass vermutlich das Kabel im Mast einen Defekt hat. Entscheidung: Wir fahren ohne Windmessdaten weiter und kümmern uns in Leros um die Sache.
Abends gehen wir mit Gaby und Gottfried in die Oberstadt essen. Mit Live-Musik.

Schöne Aussicht.


Heimweg
28.06.: Früh am Morgen spanne ich noch ein paar zusätzliche Leinen am Heck, da der Wind aufgefrischt hat und das Boot in die Leinen ruckt. Viel besser wird es dadurch aber auch nicht.
Am Vormittag kommt noch Jemand von der Hafenpolizei vorbei, um die Bootsbesatzungen vor den einlaufenden Fähren zu warnen. Die kommen bei dem Wetter schneller in den Hafen und verursachen mehr Schwell. Feiner Zug der Behörde.

29.06.: Merlin frisst und säuft seit mehr als einem Tag nicht. Bei der Hitze sehr gefährlich. Wir gehen zum Tierarzt.
Als erstes bekam Merlin eine Infusion angehängt. Parallel dazu wurden Blutuntersuchungen gemacht. Ebenso eine Röntgenaufnahme.


Nachdem das alles erledigt war wollten wir zum Boot zurück laufen. Merlin verweigerte, weil er noch den Zugang für die Infusion im Vorderlauf hatte. Ich habe ihn dann auf den Arm genommen und bin los gelaufen. Kurz darauf hielt ein junger Grieche mit seinem Auto an und fragte ob er uns mitnehmen kann. Er hat mich dann zum Boot gefahren. Petra ist noch zur Apotheke die verordneten Medikamente besorgen. Weil Petra vom Fach ist, hat die Ärztin uns noch eine Infusion mitgegeben, die Petra am Nachmittag anhängen soll.
Nachdem wir die Krankenstation auf der Liberté eingerichtet hatten und Merlin an der Nadel hing, musste er dringend Pipi machen. Also Infusion abhängen und Merlin an Land bringen.
Dann hat er erst mal 1/2 Minute den Poller hinter dem Boot gewässert. Habe Merlin noch ein paar mal zum Pinkeln an Land getragen.


Fachkundiges Personal ist an Bord und so konnten wir die zweite Infusion auf dem Boot verabreichen.
Wir gehen Pizza essen.
30.06.: Ich gehe Brot kaufen. Die haben hier ein gutes Sauerteigbrot. Um 10:00 Uhr haben wir einen Termin beim Tierarzt. Vom Boot bis zum Tierarzt sind es 1,3 km. Da Merlin nicht laufen kann, nehme ich ihn auf den Arm und laufe los. Die 16 kg Merlin ziehen mit der Zeit die Arme nach unten. Aber mit zwei kurzen Pausen habe ich diese Distanz auch bewältigt. War zwar völlig durchgeschwitzt als wir ankamen, aber der Hund soll nicht leiden.


Gar nicht so einfach bei den Temperaturen.
Wieder wurde eine Infusion angehängt, die aber nur zur Hälfte laufen musste. Den Rest gibt’s heute Nachmittag.Gut war vom Tierarzt, dass er Petra mit seinem Auto zum Boot zurück gefahren hat. Hatte wohl Mitleid mit mir als er mich heute morgen bei unserer Ankunft in der Praxis gesehen hat. Nun ja bei den Temperaturen kommt man gerne mal ins Schwitzen wenn man die 16 kg Merlin durch die Gegend trägt.
Am späten Nachmittag kam das Ergebnis aus Athen. Die Werte sind in Ordnung.Merlin scheint es aber schon etwas besser zu gehen, da er freiwillig ein paar Meter den Kai auf und ab geht. Morgen gehts wieder zum Tierarzt.
So geht der Juni zu Ende. Hoffentlich beginnt mit dem neuen Monat eine bessere Zeit für Merlin und damit auch für uns.
