01.09.: Schon September, mein Gott wie die Zeit vergeht. Wir haben nur noch acht Wochen hier in Griechenland.
Nachdem ich mit Merlin Gassi war und wir gefrühstückt hatten, treffe ich mich mit Mario. Wir kaufen noch ein paar Kleinteile beim Chandler Naval und beim Elektriker.
Dann geht’s zu Georgios. Der wollte anfangen meinen Geräteträger zu fertigen. Als wir bei ihm ankamen, räumte er gerade die Werkstatt um, damit er mit meinem Geräteträger anfangen kann. Also er hatte eine Werkbank in der Mitt der Werkstatt stehen und es lagen zwei Edelstahlrohre darauf. Der Anfang ist gemacht. Singa, Siga wie man in Griechenland sagt.
Wir fuhren zur Liberté zurück und schlossen den B2B-Lader an. Den hatte ich gestern auf ein Brett geschraubt und dieses dann an der Rumpfinnenseite angeklebt.
Der B2B-Lader hat folgende Funktion: Die Lichtmaschine liefert bei laufendem Motor Strom zur Starterbatterie und lädt diese. Wenn diese geladen ist und weiter Strom von der Lichtmaschine kommt, lädt der B2B diesen überschüssigen Strom in die Lithium Batterien. Der Umweg über die Starterbatterie und den B2B ist nötig um die Lichtmaschine zu schützen.
Nachdem wir das fertig hatten war für heute Feierabend.
Wir essen an Bord.
02.09.: Nach der üblichen Morgenroutine erreicht mich eine Nachricht von Mario, dass Benno einen Philippi Batterie-Monitor für 50 € verkauft. Den werde ich ihm abkaufen und dann habe ich einen Monitor für die Starterbatterie.

03.09.: Nachdem ich Benno den Batterie-Monitor bezahlt hatte, ging ich zu Mario meine Teile abholen die Sibylle mir aus Deutschland mitgebracht hatte.
Nachmittags montiere ich dann den Batterie-Monitor.

Die Teile die Sibylle mitgebracht hat sind zum Reparieren des Windgebers und zum Abdichten des Wassertanks.

Nachdem ich die Platine in den Windgeber eingebaut hatte halfen Petra und Mario mir in den Mast zu kommen. Nach der Montage des Windgebers funktionieren Windrichtungsanzeige und Windgeschwindigkeitsanzeige wieder ohne Probleme.
Dann noch den O-Ring in den Deckel des Wassertanks eingebaut und Feierabend für heute.
Essen an Bord.
04.09.: Da der Shunt und der Monitor für die Starterbatterie nicht eingeplant waren, muss ich nochmal zum Elektriker ein paar Sachen nachkaufen. Weiter ging’s mit Kabel für den Shunt crimpen, diesen auf ein Brett schrauben und ebenfalls an die Bordinnenwand kleben.

05.09.:Der Tag heute fing ja wieder mal gut an. Beim Geschirrspülen ist die Handbrause der Küchenarmatur abgebrochen. Irgendwas ist immer. Also ab in den Baumarkt und Ersatz besorgen. Der Einbau ist dann auch wieder eine Nervensache. Man kommt kaum an die Verschraubung, man sieht nix und der Rost tut seins auch noch dazu. Nach ca 1 1/2 Stunden war das dann aber auch erledigt.

Zum Abschluss des Tages gehen wir heute Abend zum Fischerfest nach Panteli.


Die Sardinen und die Getränke sind bei diesem Fest komplett kostenlos.

Der Andrang ist dementsprechend groß.
Und es wird getanzt.
Das geht jetzt die ganze Nacht so. Jeder darf mitmachen, egal wie er tanzt. Nix für mich.
Irgendwann haben auch wir genug von der Musik und fahren zurück in die Marina.
06.09.: Heute ist Sonntag und Ruhetag. Lediglich der Multiplus darf arbeiten. Mit dem lade ich heute die Lithium-Batterien über den Landstrom komplett voll. Funktioniert tadellos. Essen im Souvlakki und Eis im Eispalast Repapis sind Sonntagsroutine.
07.09.: Nachdem wir einkaufen waren lade ich die Starterbatterie mit dem C-Teck Ladegerät. Dazu habe ich die Ladefunktion des B2B deaktiviert. Ich möchte den Bootsmotor nicht ohne Last laufen lassen, ist nicht gut für einen Dieselmotor, und lade deshalb über das externe Ladegerät. Die Starterbatterie scheint ok zu sein, 13,3 V.
Essen an Bord.
08.09.:Bei uns am Steg liegt ein italienisches Ehepaar mit ihrem Boot. Der Mann, Domenico, ist sehr krank. Er kann sich kaum noch ohne fremde Hilfe bewegen und dann auch nur unter Schmerzen. Seine Frau, Alxia, hat sich ein neues E-Bike gekauft. Ihr habe ich geholfen das Teil fahrfertig zu machen. Als Dankeschön hat sie Petra und mich zum Spaghetti-Essen auf ihr Schiff eingeladen.
Heute essen wir aber noch bei uns an Bord.
09.09.: Heute gab’s nicht viel zu tun und so gingen wir am Abend zu Alexia und Domenico zum Spaghetti-Essen. Für mich eine Herausforderung, da die Unterhaltung auf englisch geführt wurde. Trotzdem ein schöner Abend mit sehr guter Spaghetti.
Nachdem wir zurück auf der Liberté waren schrieb uns Giorgos, dass unser Geräteträger fertig wäre.
Ich schrieb ihm zurück, dass wir morgen versuchen würden einen Platz am Stadt-Kai zu ergattern.
10.09.:Nach dem Frühstück bereiten wir alles vor zum Ablegen. Um 11:15 Uhr fahren wir dann raus in die Bucht. Wir wollten zuerst ankern, dann fuhr aber einer gerade am Stadt-Kai weg und wir sicherten uns den Platz. Um 12:00 Uhr waren Anker und Leine fest am Stadt-Kai. Wir hatten unseren Anker ganz gerade zum Kai gelegt. Jetzt lag unsere Kette über der des Nachbarn der ein paar Tage vor uns ankam und bei Seitenwind anlegen musste. Dementsprechend schräg lag sein Anker. Er will morgen früh ablegen und ich habe ihm versprochen zu helfen sollte es zu Problemen kommen.
Um 13:30 Uhr war Giorgos bei uns am Boot und fing an einige Teile abzubauen. Außenborder und Rettungsinsel kamen auf’s Vorschiff. Das GPS musste ich am AIS trennen. Morgen will er um 08:30 Uhr hier sein und dann wird montiert. Wir essen an Bord. Am Abend kommt die Nachricht von Giorgos, dass er ja total vergessen hatte, dass morgen Schulanfang sei und da müsste er bei der Einschulung seiner Tochter dabe sein. Neuer Termin: 10:00 Uhr.
11.09.: Gassi-Runde und Frühstück wird so geplant, dass wir um 10:00 Uhr fertig sind. Wir wären dann soweit, wer nicht da war, war Georgios. Hätte mich auch gewundert wenn er pünktlich gewesen wäre.
Immerhin schafft er es um 11:30 Uhr da zu sein. Den neuen Geräteträger hat er dabei, und auch ein paar Helfer.

Dann wird der alte Geräteträger und der Heck-Korb demontiert. Nicht zimperlich: mit Hammer und Flex.



Inzwischen ist Mario eingetroffen und wir klemmen den Batterie-Monitor der Starterbatterie an. Und fetzen erst mal den Shunt.
Wir haben so viele Kabelarbeiten ausgeführt, immer hat alles geklappt. Heute hat es uns erwischt. Steckrichtung beim Stecker vertauscht, somit alle Kabel in der falschen Reihenfolge aufgelegt.

Nun ja, glücklicherweise hatte ich noch einen zweiten Shunt. Jetzt habe ich auch eine Batterieanzeige für die Starterbatterie.
In der Zwischenzeit hat Giorgos den neuen Geräteträger aufgesetzt. Wie sich nun herausstellt hat der Gute sich beim Aufmaß für den Geräteträger schlicht und ergreifend vermessen. Da hilft auch kein diskutieren. Der vordere Holm des Trägers steht 10 cm zu weit nach hinten. Zu dicht an der Klampe. da geht keine Leine mehr vernünftig durch.

Wir brauchen eine Lösung. Und zwar jetzt. Den Halter halb auf die Fußreling zu setzten verwerfen wir gleich wieder. Nach einigen Überlegungen einigen wir uns auf eine Bogenlösung. Damit kommt der Geräteträgerfuß die 10 cm Richtung Bug und ich habe genug Platz für die Leinen.
Nachdem alles angepasst und geheftet war ist Giorgos mit dem Träger zu seiner Werkstatt gefahren. Dort kann er besser schweißen, schleifen und polieren. Morgen will er um 09:00 Uhr da sein und montieren.
12.09.: Ich mache es kurz, wir haben den ganzen Tag gewartet, Giorgos kam nicht. Zumindest nicht zu uns, denn um 18:30 Uhr war er bei einem Nachbarschiff zugange.
Als er dort fertig war wollte er einfach wieder wegfahren, ohne auch nur ein Wort mit uns zu reden.
Petra hat ihn zurück gewunken und er kam sichtlich verlegen zu uns ans Boot. Dann kam die übliche Story von den Freunden, den Fischern, die Probleme mit ihren Motoren haben und denen er nicht absagen kann. Langweilig!!!
Auf meine Frage warum er keine Nachricht geschrieben habe, wusste er keine Antwort. Ok jetzt bekam er von mir eine Ansage wie genau alles Weitere ablaufen soll. Wir trennten uns mit dem Versprechen von Giorgos, dass er am Montag um 09:00 Uhr hier sein will und seine Arbeit fertig stellt. Wir werden sehen.
13.09.: Heute ist Sonntag und nach dem Frühstück wollten wir eine größere Gassi-Runde einlegen. So der Plan. Den haben wir aber leider ohne unseren Nachbarn, zwei Schiffe weiter, gemacht.
Ein seltsames älteres englisches Ehepaar hatte mit Heckanker und Bug voran am Kai festgemacht. Nun wollten sie ablegen. Bei diesem Manöver haben die dann den Anker unseres direkten Nachbarn raus gerissen. Der musste nun seinerseits neu ankern. Doch erstmal musste er warten bis das ältere Ehepaar wieder angelegt hatte. Die waren plötzlich wieder da und wollten erneut anlegen. Das Manöver war eine Katastrophe. Sie stand am Bug mit der Leine in der Hand. Ich blickte zum Steuerstand, das Boot kam verdächtig schräg rein. Da war aber niemand zu sehen. Der Skipper werkelte am Heck mit der Kette seines Heckankers herum. Die Folge war dass er dem Nachbarn auf seiner Backbordseite mit seinem Bugkorb eine Relingsstütze verbog.
Den Engländer interessierte das überhaupt nicht. Mit Hilfe einiger Leute an Land legte er an. Dann stellte ersichtlich an seine Reling um das Ankermanöver unseres Nachbarn, dem er vorher den Anker raus gerissen hatte, mit kritischem Blick zu verfolgen. Dieser I… ist die fleischgewordene Arroganz. Gut dass er nicht noch irgendwelche Kommentare abgegeben hat.
Der Skipper dessen Boot er beschädigt hatte, stellte ihn dann zur Rede. Von sich aus wäre der wohl nicht zu dem Skipper gegangen. Solche Segler braucht die Welt nicht.
Da unser Nachbar neu ankern musste, hat er unseren Anker rausgerissen.
Der Engländer hat nämlich bei seinem Ablegemanöver den Anker unseres Nachbarn über unsere Kette geworfen.
Nachdem unser Nachbar wieder fest war, habe ich unseren Anker mal kurz angezogen.Er hat sofort wieder gegriffen. Bei dem Wetter das die nächsten Tage zu erwarten war und 50 Meter Kette die wir draußen hatten, war nicht mit irgendwelchen Problemen zu rechnen.
Dann haben wir noch einem deutschen Segler Paar geholfen ihre Amel Super Maramu anzulegen. Naja , letztendlich haben wir das Boot mit den Leinen auf den Liegeplatz gezogen. Die Beiden müssen noch etwas üben.
Die Gassi-Runde fiel etwas kürzer aus. Abends Souvlakki und Repapis.
14.09.: Nach dem Frühstück haben wir die Kabinen ausgeräumt, damit man ins Ruderhaus gelangen kann. Ein Teil der Verschraubung des Geräteträgers kann nur von dort erfolgen.
Giorgos wollte um 09:00 Uhr bei uns sein. 13:30 Uhr war er endlich da und legte los.
Der geänderte Geräteträger.

Erst mal schauen ob jetzt alles passt.

Dann den Kleber/Dichtung aufbringen.

Dann die vorderen Füße des Geräteträgers verschrauben.

Dann die hinteren Füße verschrauben.


Jetzt noch Teile vom alten Heck-Korb anbringen.

Das Ganze noch verschweißen.




Dann die Solarplatten auflegen.



Waldorf und Stadler zwar nicht auf dem Balkon, aber in der ersten Reihe.

18:30 Uhr, „The Job is done“, endlich.

Um sowas umzusetzen brauchst du wirklich Nerven wie breite Bandnudeln. Aber letztendlich wird alles gut. Danke Giorgos.
Hier mal ein kleiner Hinweis was so verschiedene Floskeln in Griechenland bedeuten.

Nicht ernst gemeint, aber Zeitangaben versteht man in Griechenland halt etwas anders.
Den Tag beschließen wir mit einem Essen im Aloni in Xirokampos.
Martin mit Crew war auch da und wir verabreden morgen den Platz am Stadt-Kai mit ihm zu tauschen.
15.09.: Wir machen unser Boot fertig zum Ablegen. Um 10:00 Uhr kommt Martin mit seinem Boot in Sicht und wir legen vom Kai ab. Die Ankerkette unseres Nachbarn haben wir uns gleich eingefangen. Glücklicherweise ist der Marinero von Dock and Moore gerade mit seinem Schlauchboot unterwegs. Er hilft uns den Anker zu klarieren. Martin fährt hinter uns zum Liegeplatz am Stadt-Kai und ich funke die Marina an, dass wir einlaufen wollen. Um 11:00 Uhr liegen wir wieder am Kopf des F-Steges.
Unser Liegeplatz am F-Steg.

Ich gehe zum Stadt-Kai unser Auto holen. Nachmittags kommt Mario vorbei und wir besprechen unser weiters Vorgehen.
Da noch Zeit war habe ich das GPS wieder installiert, den hinteren Wassertank kontrolliert und am Heck das Solarlicht wieder angebracht. Essen an Bord.
16.09.: Nachdem ich Gottfried geholfen habe seine Genua abzuschlagen und im Pick-Up zu verstauen habe ich auch unser Bimini und die dazugehörigen Seitenteile eingeladen. Beim montieren der Solarplatten hatte ein Mitarbeiter von Giorgos einen Winkelhaken ins Bimini gerissen. Giorgos hat den Segelmacher sofort kommen lassen und die Reparatur in Auftrag gegeben. Die Seitenteile müssen angepasst werden. Markierungen habe ich angebracht und so bringen wir alles zu Yannis Sifounios, dem Segelmacher.
Gottfried will ein Angebot zur Reparatur seines Vorsegels bzw eines neuen Segels. Es hat etwas gedauert bis Gottfried sein Anliegen vorgetragen hatte.
Mein Bimini sollte diese Woche noch fertig werden, die Seitenteile nächste Woche.
Am Nachmittag haben Mario und ich dann noch die Solarkabel in den Geräteträger eingezogen.

Dann habe ich noch zwei Schalter für die Solaranlage gekauft und einen Gurt zum Kranen des Außenborders. Ich habe ja einen Kran für den Auto am Geräteträger.
Essen an Bord.
17.09.: Heute wollen wir die Solarplatten anschließen.
Dazu werden immer zwei Platten parallel geschaltet. Mit den Y-Kabeln geht das ganz gut. Dann crimpen wir die weiterführenden Kabel mit MC-4 Steckern. Das alles wird dann mit Ratschbandel äääh Kabelbindern am Geräteträger fixiert.
Y-Kabel zum Verbinden von zwei Platten.

Alles fixieren.


Nachdem am Geräteträger die Kabel alle verlegt sind, geht’s im Schiff weiter. Die Solarkabel führen jetzt zu den Schaltern mit denen ich die Solarplatten von der Anlage trennen kann.

Von dort geht es weiter zu den MPPT-Reglern die den Ladestrom der Solarplatten steuern.

Die Minuskabel sind schon verlegt. Die Pluskabel haben wir jetzt angeschlossen. Der große Moment ist gekommen.
Schalter an und….

… funzt!!!!!!

Der Umbau auf Lithium-Batterien mit Allem drum und dran ist
A B G E S C H L O S S E N ! ! ! !
780 Wp Solar versorgen 900 Ah Lithium-Batterien, etwas kommt noch von der Lichtmaschine über die Starter-Batterie und dem B2B-Laderegler. Geile Anlage.
V I E L E N ,V I E L E N , V I E L E N D A N K A N M A R I O ! ! !
Jetzt haben wir uns ein Eis bei Repapis verdient.

Danach gehen wir noch einkaufen. Essen an Bord.
18.09.: Nach dem Frühstück binde ich die im Boot verlegten Kabel mit Kabelbindern zusammen, sozusagen als letzten Schritt, damit das auch ordentlich aussieht. Dann werden die Kabinen wieder eingeräumt. Reicht für heute. Essen an Bord.
19.09.: Wir gehen einkaufen und holen dabei gleich unser Bimini ab. Das ist fertig. Das Ganze montieren wir auch gleich, denn der Schatten im Cockpit hat uns doch gefehlt. So ist jetzt alles wieder ok. Essen an Bord.
20.09.: Sonntag, Ruhetag. Essen im Souvlakki und Eis bei Repapis, wie immer sonntags.
21.09.: Da wir ja jetzt Strom genug haben, kaufen wir mal gleich eine Induktionsplatte und eine elektrische Kaffee-Mühle.
Die Platte wird heute auch gleich ausprobiert. Ab heute wird elektrisch gekocht. Essen natürlich an Bord.

22.09.: Heute haben wir versucht das Dingi an den Davids des Geräteträgers anzubringen. Eigentlich wollte ich nur rausfinden, wie das Übersetzungsverhältnis für den Flaschenzug sein muss, damit wir das Dingi locker hochziehen können. Natürlich haben sich dann auch ein paar Problemfelder aufgetan, wie z.B. Zugrichtung der Leinen für’s Dingi, oder Leinenführung für die Pasarelle. Da müssen wir uns noch ein paar Gedanken machen. Essen an Bord.
23.09.: Durch den Heckträger hat sich natürlich auch die Länge des Relingdrahtes verändert. Klar könnte ich den alten kürzen, aber der hat nun wirklich schon seine Zeit hinter sich. Also fällt die Entscheidung einmal neu. Bei SVB gebe ich meine Bestellung für den Relingsdraht mit dazugehörigen Terminals und die Umlenkrollen für den Flaschenzug für’s Dingi auf. Dann fahren wir zu Giorgos um ihm den Auftrag zu geben am Geräteträger noch ein paar Ringe anzuschweißen. Anschließend probiert Petra noch die Nähmaschine aus, die wir von zu Hause mitgebracht haben. Läuft!!!

Essen an Bord.
24.09.: Wir müssen raus. Raus aus der Marina und an den Stadt-Kai. Valantis, der Polsterer, soll an Bord kommen um die „Patrons“ zu fertigen. Die Patrons sind Schablonen aus Plastikfolie, die er braucht, um den Schaumstoff für die Polster zuzuschneiden.
Wir legen um 09:30 Uhr in der Marina ab und gehen in der Bucht vor Anker. Lange müssen wir nicht warten und am Stadt-Kai wird ein Platz frei, den wir uns sofort sichern. 11:00 Uhr liegen wir fest am Stadt-Kai.
Valantis wird heute nicht mehr kommen. Wir hätten gestern nicht Bescheid gesagt und jetzt hätte er andere Arbeiten zu erledigen. Morgen früh um 08:30 Uhr würde er vorbeikommen.
Vereinbart hatten wir, dass wir heute am Stadt-Kai einen Platz ergattern wollten. Sollte das nicht klappen würde ich ihn mit dem Dingi abholen. Zum Fertigen der Patrons würde das auch gehen. Das wäre wohl ein Missverständnis. So langsam gehen die mir richtig auf den Sack.
Essen gehen wir heute ins Food-House. Da habe ich früher ganz gut gegessen. Heuet war das eine Katastrophe.
Der Chef-Salat hatte ein paar Streifen Schinken und Käse, gefühlt eine ganze Salatgurke, drei Scheiben Tomate und Spuren von Kaut- und grünem Salat. Das Ganze wurde dann in Mayo ertränkt. Das Chicken-Gyros hatte neben ein paar Pommes jede Menge Gurke und etwas Tomate. Dafür ist er aber vermutlich mit dem Teller in den Mayo-Eimer gefallen. Das ganze Essen war eine Zumutung. Das Food-House wird aus meiner Restaurant-Liste gestrichen. Es gibt Tage, da hasst du einfach kein Glück, und wenn dann auch noch Pech dazu kommt…..
25.09.: Ich fasse es nicht. Es ist 08:30 Uhr und Valantis steht mit Arbeitsmaterial vor unserem Boot. Na dann mal hereinspaziert in die gute Stube und hau rein. Um 10:00 Uhr hat er die Dinger fertig und kündigt sich für den Nachmittag an, um den Schaumstoff anzupassen. Tatsächlich steht um 12:30 Uhr sein Auto vor unserem Boot. Bis unters Dach vollgepackt mit Schaumstoff für unsere neuen Polster. Hossa, das läuft ja richtig gut. Und wenn ich ihm bei seiner Arbeit so zuschaue, muss ich sagen, dass schaut gut aus. Er kann was.

Um 15:00 Uhr ist er damit fertig.
Giorgos ist auch gegen 14:00 Uhr gekommen. Er schweißt mir kostenlos noch 4 Edelstahlringe an den Geräteträger. Danke Giorgos.
Jetzt will ich’s wissen. Heute ist wohl mein Glückstag. Ich gehe zum Segelmacher. Und….er hat sie fertig, die Seitenteile für’s Cockpit. Die alten waren verschlissen und mussten sowieso geändert werden. Also besser gleich Neue.
Ich glaube ich sollte heute einen Lottoschein ausfüllen. Der Jackpot wäre mein. Essen an Bord.
26.09.: Heute ist ein Gedenktag für die gefallene Besatzung des Zerstörers „Olga“. Der wurde am 26.09.1943 von der deutschen Luftwaffe hier in der Bucht versenkt. 70 Besatzungsmitglieder fanden den Tod.
Die Zeremonie beginnt um 11:00 Uhr. Politik, Kirche und das Militär waren anwesend und hielten Reden. Dann ein paar Salut-Schüsse und schließlich fuhr ein Militärschiff zu der Stelle an der die Olga versenkt wurde. Trauerkränze wurden über Bord geworfen und nach ca. einer Stunde war die Zeremonie vorbei.




Den Rest des Tages verbringen wir an Bord. Essen an Bord.
27.09.: Heute müssen wir etwas früher aufstehen. Ich werde am Leros-Run teilnehmen. Anmeldung bis eine Stunde vor Start möglich. Strecken : 10 km, 5 km, 3 km und für die Kleinen 1200 m.

Der 5 und 10 km Lauf war dem Läufer Gianni Virvilis gewidmet.
Wir waren dann um 07:30 Uhr an der Start-Örtlichkeit am Stadion in Agia Marina. Nix, keiner da, alles ruhig. Ob die wegen dem Regen abgesagt haben?
Um 07:45 Uhr brennt plötzlich in einer Bude an der Laufbahn des Stadion ein Licht. Ich folge dem Licht, höre Stimmen, und…
da ist Leben in der Bude. Um 07:55 Uhr bin ich für den 10 km Lauf registriert.

Irgendwann hatte ich dann auch meine Startnummer.

Der mit der Startnummer 107 ist der älteste Teilnehmer der Läufe.

Das Teilnehmerfeld des 10 km Laufes war recht überschaubar.

Noch ein paar Instruktionen zum Lauf und der Strecke.

Und los geht’s.

Kurz vor der letzten giftigen Steigung vor dem Zieleinlauf im Stadion.

Im Ziel im Stadion.
Im Ziel war ich etwas verwirrt. Ich hatte mich für einen 10 km Lauf angemeldet. Meine Laufuhr zeigte mir 8,3 km. Ein Engländer der auch am 10 km Lauf teilgenommen hatte, bestätigte mir die Distanz. Dann sind die 51:45 min doch keine so gute Zeit, wenn man das auf 10 km hochrechnet. Was soll’s, die Welt dreht sich weiter und der 10 km Leros-Run hat halt nur 8,3 km.
Die Veranstaltung hat noch Luft nach oben. Aber die Defizite wurden durch die Herzlichkeit der Veranstalter mehr als wett gemacht.
Den Rest des Tages relaxen und abends Essen im Souvlakki und Eis bei Repapis. Das war heute verdient.
28.09.: Tagsüber haben wir das Boot aufgeräumt und sind dann abends zum Duschen in die Marina gefahren. Dabei habe ich Festgestell, dass am G-Steg der Marina ein Platz frei war. Sofort den Marinero kontaktiert und Bescheid gesagt, dass wir rein kommen. Um 18:30 Uhr lagen wir fest am G-Steg. Essen an Bord.
29.09.: Nach dem Frühstück zum Einkaufen gefahren, anschließend meine Batterien mit Spanngurten gesichert. Essen an Bord.
30.09.: Heute sollen wir bei Valantis vorbeikommen um seinen Vorschlag für die Rückenpolser zu begutachten. Ab 17:00 Uhr würde passen. Ok, machen wir. Zwischenzeitlich kommt eine Mail von Superfast Ferrys, dass unsere Rückreise von Patras nach Venedig nicht durchgeführt wird. Man bittet um Kontaktaufnahme mit dem Reiseveranstalter.
Also schreiben wir gleich eine Mail an Anek-Lines, mit der Bitte um Alternativvorschläge.
Die Antwort kommt recht schnell und wir nehmen ein Angebot an, dass uns nach Ancona bringen soll.
Auch den Vorschlag von Valantis für die Rückenpolster finden wir gut und erteilen ihm den Auftrag dazu.
Der Tag ist rum und wir essen an Bord.
So haben wir uns durch den September gekämpft. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler und immer mehr Schiffe werden in der Marina aus dem Wasser gehoben und an Land bis zur Saison 2027 aufgestellt.
Wir bleiben im Wasser und haben noch einige Arbeiten an unserem Boot zu erledigen. Und wie versprochen helfe ich Mario bei den Arbeiten an seinem ehemaligen Schiff. Da steht noch was aus, dass er beim Verkauf den neuen Eignern zugesichert hat.
Auf geht’s der Oktober wartet.

